Firmlinge und Ministranten bei Stadtputzete

Säckeweise liegen große und kleine Schnapsflaschen nach 2,5 Stunden Aufräumarbeit am Rems-Ufer gegenüber des „Marktkaufs“. Die Firmlinge und Ministranten von Heilig Geist sind irritiert, was sie alles im Gebüsch finden. Darunter eine Autobatterie und halb verrottete Geldbeutel samt ec-Karten und anderen verwitterten Dokumenten. Erlebt haben das rund 20 junge Leute aus unserer Kirchengemeinde mit 50 weiteren Freiwilligen aus Jugendfeuerwehr und Bevölkerung am 10. März.

Die Stadtverwaltung hatte zur jährlichen Stadtputzete aufgerufen und Vikar Jens Kimmerle, ein Mitglied aus dem Kirchengemeinderat und ein Firmgruppenleiter hatten die Idee, mit ihren Jugendlichen hier lehrreiche Erfahrungen zu sammeln, Nützliches zu tun und als kirchliche Gemeinschaft einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. So waren wir irritiert, wie wenige Bürger sich angesprochen fühlten, angesichts der Tatsache, dass im städtischen Amtsblatt und der Tageszeitung teils vierspaltige Artikel über die Aktion informierten. Pro Person brachten wir je einen großen, blauen Müllsack Unrat und Wertstoffe zusammen. Ein Fünferteam schaffte rund 300 Meter in der Länge und etwa zehn Meter in der Breite von der Böschung mit Gebüsch bis zum abfallenden Rems-Ufer. Teils war die Arbeit eklig und schweißtreibend.
Unbeschreiblich waren aber das Team- und Glücksgefühl über die Sauberkeit, die wir auf "unserem Abschnitt" wieder herstellen konnten. Dabei bedauerten wir die Menschen, die so kaputt sind, dass sie sich mit Alkohol betäuben müssen. Und damit die Alkoholsucht anonym bleibt, werden die leeren Flaschen zu Dutzenden ins Gebüsch geschleudert. Von Taschendiebstählen zeugten Überreste von Geldbeuteln. Und wie sehr muss man sich und das Leben hassen, wenn man versucht, vom Weg aus die zehn Meter bis zum Fluss eine Autobatterie durch das Gebüsch zu schleudern.
Gemeinsam haben wir uns weniger ohnmächtig gefühlt und 2019 wäre schön, wenn noch mehr Gläubige aus unserer Gemeinde mitmachen, unsere Schöpfung zu bewahren.

Leonhard Fromm

Unendlich glauben - Kirche im Remstal bereit für Remstal Gartenschau

logo gartenschau 2019Kirche im Remstal, das sind vor allem Menschen. Verliebt oder in Trauer, voller Fragen oder mit Zuversicht. Menschen, in einem fantastischen Garten: unserem Remstal.
Begegnen Sie Orten und Menschen in dieser Slideshow, Stadt- und Dorfkirchen, Münster und Kloster, Orte, die von Suchenden und Zweiflern erzählen, von Spiritualität und sozialem Engagement…